Wärmebedingte Anzeichen frühzeitig erkennen. Unerwartete Ausfälle verhindern.
Der entscheidende Vorteil der Wärmebildtechnik liegt darin, dass Inspektionen ohne Unterbrechung der Produktion durchgeführt werden können. Das Wartungspersonal kann kritische Komponenten wie Lager und Getriebe in Echtzeit thermografisch scannen, während die Anlagen im Normalbetrieb bleiben – ohne Stillstände oder physischen Kontakt. Damit werden die Einschränkungen herkömmlicher Temperaturmessmethoden überwunden, die Anlagenstillstände oder direkten Kontakt erfordern, und es wird ein wissenschaftlicher und effizienter Ansatz für die vorausschauende Instandhaltung und den sicheren Betrieb mechanischer und elektrischer Anlagen geboten.
Prüfung der Lagertemperatur
Lager sind entscheidende Komponenten rotierender Maschinen und finden breite Anwendung in Industrieanlagen wie Motoren, Ventilatoren, Kompressoren, Pumpen, Walzwerken und Förderanlagen. Während des Betriebs entsteht die Wärme in Lagern hauptsächlich durch Reibung, unzureichende Schmierung oder innere Schäden. Abnormale Lagertemperaturen dienen oft als Frühwarnzeichen für Anlagenausfälle, darunter mangelhafte Schmierung, erhöhte Reibung und Lagerschäden.
- Bei Punktmessungen mit Infrarot-Thermometern kommt es häufig zu Erkennungslücken.
- Geräteausfälle entwickeln sich oft schleichend, während das Fehlen historischer Daten eine Trendanalyse erschwert.
- Manuelle Inspektionen bergen Sicherheitsrisiken in rauen Umgebungen wie beispielsweise bei hohen Temperaturen, Staub und hohem Druck.
Prüfung der Getriebekomponenten
Getriebe sind die Kernkomponenten von Kraftübertragungssystemen. Die Zahnräder im Inneren sind über längere Zeiträume hohen Drehzahlen und starken Belastungen ausgesetzt, weshalb die Schmierbedingungen, der Zahnradverschleiß und die Lagerleistung entscheidende Faktoren sind, die sich direkt auf die Lebensdauer und die Betriebssicherheit des Getriebes auswirken. Getriebe- und Differentialgehäuse sind abgedichtet und undurchsichtig, sodass eine visuelle Überprüfung der inneren Zustände nicht möglich ist.
- Versiegelte Gehäuse versperren die Sicht, sodass die Bedingungen im Inneren nicht beobachtet werden können.
- Der Einsatz von Kontaktsensoren erfordert eine Abschaltung der Anlage.
- Die manuelle Begutachtung ist subjektiv und ineffizient.
Prüfung der Wärmeableitungsleistung von Wechselrichtern
Wechselrichter sind wichtige leistungselektronische Bauteile, die in Photovoltaikanlagen, Elektrofahrzeugen und Energiespeichersystemen weit verbreitet sind und für die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom zuständig sind. Störungen wie Fehlfunktionen des Lüfters, verstopfte Kühlkörper und Probleme bei der Auslegung der Wärmeableitung können zu einer lokalen Wärmeansammlung führen. Diese Probleme verringern nicht nur den Wirkungsgrad, sondern können auch schwerwiegende Ausfälle verursachen, darunter IGBT-Explosionen und die Verkohlung der Ansteuerplatine.
- Die Kühlleistung lässt sich nur schwer visuell beurteilen.
- Wärmeprobleme im Frühstadium sind schwer zu erkennen.
- Konstruktionsfehler bei der Wärmeableitung sind schwer zu diagnostizieren.